Als wäre abnehmen, seinen Körper definieren, das Training und die täglichen Überlegungen rund um das Essen nicht schon schwer genug, sitzt einem noch die Gesellschaft im Nacken. Die Gesellschaft will das du funktionierst, nicht auffällst und wenn möglich, nicht zu sehr aus der Reihe tanzt. Kaum läuft man als Frau mit einem Sixpack oder (zu) großem Oberarm herum wird man gelobt gleichzeitig aber auch heftig(st) kritisiert.

Beim Partymachen 🎉

Sobald man sich in der, ich nenne es einmal, „Fitnessszene“ bewegt bekommen Menschen einen gewissen Eindruck von dir. Klar postet man Bilder aus dem Gym, klar postet man sein Mittagessen und natürlich postet man auch seine neu erstandenen Sportklamotten. Ist man am Wochenende aber mal unterwegs begegnet man Menschen die einen mit erstauntem Gesicht anblicken und fragen „Du hier?

Darf ein Sportler, Bodybuilder, Fitnessfanatiker oder jemand der einfach nur abnehmen will deswegen kein soziales Leben mehr haben? Müssen wir unsere Zeit also wirklich 24/7 entweder im Gym oder zuhause absitzen? Ich trinke zwar nicht oft Alkohol, ab und zu pflege ich es aber trotzdem zu feiern. Sehen mich diese besagten Leute dann noch mit einem Drink in der Hand bricht die Welt für diese Personen dann völlig zusammen.

„Entweder ich mache es ganz oder gar nicht“, „Unter der Woche nur von Fitness reden und am Wochenende ordentlich einen kippen“ oder „Das sie hier im Club ist postet sie bestimmt nicht“ sind Phrasen die ich echt schon oft gehört habe. Ganz ehrlich: ich bin auch nur ein Mensch. Ein Mensch wie du. Ein Mensch mit Fehlern, ein Mensch mit dem Bedürfnis Sport zu treiben, aber auch ein Mensch mit dem Bedürfnis sich ab und an mit einem Drink in der Hand auf der Tanzfläche des Lieblingsclubs feiern zu lasen. Amen.

Bei der Familienfeier 👪

Mama, Papa, Oma, Opa – alle meinen es gut mit einem. In der Diät drehen sich, zumindest bei mir, die ganzen Gedanken um das wöchentliche Familienessen. Es ist wirklich enorm schwierig die Balance zwischen „Wie esse ich genug um satt zu werden ohne dabei meinen Kalorienrahmen zu sprengen“ und „Wie oft kann ich etwas ablehnen, ohne das meine Familie sauer wird“ zu finden.

Beim Familienessen langen natürlich alle ordentlich zu. Wenn man sich dann selbst, aufgrund einer Diät, zurückhält wird man sofort mit dementsprechender negativer Gesichtsakrobatik der Familie bestraft. „Wir haben extra gekocht“ oder „Ich dachte immer das sei dein Lieblingsessen“ sind nur zwei der unendlich vielen Phrasen die man sich im Gegenzug anhören kann. Die ganze Woche über hat man sich brav an den Ernährungsplan gehalten und ein Kaloriendefizit erreicht um es dann gegen 1 Familienessen wieder einzutauschen? Echt mühsam. Vor allem wenn man nicht einmal wirklich Lust hat zu schlemmen und wirklich motiviert und fokussiert seinem Ziel entgegen arbeitet.

Im Alltag 👠

Dann gibt es noch den ein oder anderen Kollegen oder jemanden aus dem Freundeskreis.. ich rede von den „Überredern„. „Ein Glas geht doch“ oder „Es ist doch nur 1 Stück Schokolade“ sind die Lieblingsphrasen dieser Menschen. Klar sollte man sich ab und zu auch etwas gönnen. Diese Menschen haben aber immer genau dann ihren Auftritt, wenn man mal nicht an Schokolade & Co. denkt.

Beim Abnehmen ist es normal, dass man sich mit gewissen Dingen neu arrangieren muss. So wird zum Beispiel öfters selbst gekocht anstatt auswärts gegessen und es werden statt den üblichen Nachos mit Käsesoße eben Reiswaffeln mit ins Kino genommen. Alles kein Problem. Wären da nicht diese Menschen die uns solange zu etwas überreden (oder drängen) bis man schließlich nachgibt. Leute hört auf. Unterstützt uns lieber! Doch es ist irgendwie auch im Sinne der Gesellschaft einen Gruppenzwang auszuüben. Laut der heutigen Gesellschaft muss man mit Alkohol auf ein besonderes Ereignis anstoßen, muss Nachos im Kino essen und nach einer Hauptspeise folgt immer noch ein Dessert.

Fazit 💬

Klar, man hat es sich selbst ausgesucht. Trotzdem ist es an manchen Stellen nicht ganz so einfach wie man es sich manchmal wünscht. Deswegen: Zähne zusammenbeißen und über einige Kommentare einfach hinwegblicken.

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