Irgendwie hatte ich nie besonderes Glück mit meinen damaligen Partnern. Klar streitet man sich mal oder ist unterschiedlicher Meinung, doch Gewalt, in welcher Form auch immer, geht aber eindeutig zu weit. Wie ich zu dem Thema Gewalt gegen Frauen stehe, was ich erlebt und was ich daraus gelernt habe liest du in diesem Artikel!

Was ist häusliche Gewalt? 💬

Bevor ich genauer auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“ eingehe noch kurz etwas vorab: ich möchte keinerlei Mitleid für diesen Beitrag, noch möchte ich meinem damaligen Freund schaden. Ich habe mit dieser Sache abgeschlossen und will lediglich anderen Frauen und Mädchen helfen, indem ich meine Erfahrungen hier öffentlich teile. Ich möchte meine Reichweite nutzen um anderen zu zeigen, dass es nicht notwendig ist sich klein machen und schon gar nicht Gewalt an sich selbst ausüben zu lassen.

Nun zum eigentlichen Thema: Gewalt. Häusliche Gewalt kann in vielen Formen auftreten. Die wohl bekannteste ist die physische Gewalt. Oft werden Frauen geschlagen, getreten und/oder fest angepackt. Doch häusliche Gewalt geht weit darüber hinaus. Zur häuslichen Gewalt zählen auch verbale Misshandlungen, Beschimpfungen aber auch sexuelle Gewalt. Wusstest du, dass in Indien etwa alle 21 Minuten eine Frau vergewaltigt wird? (Quelle) Unvorstellbar, oder? Leider bin ich mir ziemlich sicher, dass diese Zahl mittlerweile weiter angestiegen ist, da dieser Artikel schon einige Jahre alt ist.

Die häusliche Gewalt, zumindest kommt es mir so vor, gibt es aber nicht erst seit gestern. Über Jahre und Jahrzehnte und zwar bis heute wird die Frau als das schwache Geschlecht dargestellt und das spiegelt sich auch in so mancher Beziehung wider. Doch Gewalt muss man nicht einfach so ertragen. In manchen Fällen lässt sie sich zwar nicht ganz verhindern, ein besseres Selbstbewusstsein und mehr innere Stärke tragen aber dazu bei dich, auch als Frau, stark und selbstbewusst zu fühlen.

Gewalt und Selbstliebe 💟

Für mich sind diese zwei Dinge sehr eng miteinander verbunden. Hätte ich damals schon zumindest einen kleinen Funken Selbstliebe, Selbstwert oder ähnliches verspürt wäre es vielleicht gar nicht so weit gekommen und ich hätte früher die Reißleine gezogen.

Auch wenn es „nur“ kleine verbale Anfeindungen sind um das eigene Selbstbewusstsein zu unterbuttern sollte man diese Handlungen umgehend unterbinden. Auf Dauer führt das nämlich zu einem verkorksten Selbstwert und einer verzogenen Selbstwahrnehmung. Auch wenn ich damals nur 46 Kilo hatte, wollte mein damaliger Freund einfach nicht aufhören mich zu demütigen und kritisierte ununterbrochen mein Aussehen. Ich sei zu dick, meine Oberschenkel würden viel zu massig aussehen und so weiter (die Liste war lang). Ihr könnt euch sicher vorstellen wie man sich als Frau in so einer Situation fühlt. Immerhin will man dem eigenen Mann gefallen. Was tat ich? Anstatt ihm die Stirn zu bieten nahm ich weiter ab. Dass das zu einer miesen gesundheitlichen Verfassung führte muss ich wohl nicht näher erläutern. Übrigens blieb es nicht bei den verbalen Anfeindungen, doch dazu später mehr.

Hätte ich damals gesehen wie schön ich war (egal ob mit 46 oder 50 und mittlerweile stolzen 57 Kilo) hätte ich sofort seine Sachen gepackt und ihn vor die Türe gesetzt. Doch damals war ich noch sehr weit weg mich zu lieben und so zu akzeptieren wie ich bin. Heute mache ich mein Selbstwertgefühl nicht mehr von anderen abhängig, das ist auch der Grund warum ich glücklicher denn je bin. Wie ich gelernt habe mich selbst zu lieben liest du übrigens in diesem Artikel.

Es wird nie weniger 🔍

„Menschen können sich ändern“ – wie ich diesen Satz hasse! Zuletzt gehört bei irgendeiner Gerichtssendung in der ein Angeklagter eine Frau geschlagen hatte und jetzt seine Unschuld beteuert. Wisst ihr was: für mich bleibt ein Schläger ein Schläger und ein Vergewaltiger ein Vergewaltiger. Schluss aus. Auch wenn sich vielleicht Angewohnheiten eines Menschen ändern lassen, Charakterzüge bleiben bestehen.

Warum ich dieser Meinung bin? Hier meine Erklärung: die meisten Straf- oder Sexualtäter werden rückfällig. Vergewaltigen bzw. schlagen nicht nur einmal eine Frau. Sie verspüren den Drang das immer und immer wieder zu tun. Wahrscheinlich ist das in gewisser Weise eine Art Befriedigung für diese Menschen. So war es auch bei mir damals. Ich glaubte meinem Freund damals alles (Hallo rosarote Brille). Egal welche Lüge er mir auch auftischte – ich glaubte ihm. Ich glaubte ihm auch nach meinem ersten blauen Auge, dass es mein letztes sei. Doch nach meinem blauen Auge und meinen blauen Armen mussten zudem die Möbel daran glauben, die Wände und andere Haushaltsgegenstände. Und wisst ihr was: ich war nach wie vor mit ihm zusammen. Kennt ihr das Gefühl, wenn man sich klein, unnütz und überflüssig fühlt? So war das auch bei mir. Er war der einzige Mensch in meinem Leben, denn den Umgang zu meinen Freunden hatte er mir unterbunden. Lange Rede kurzer Sinn: nie wieder würde ich so lange nur zusehen. Je früher man handelt, desto früher ist man diese belastende Situation los.

Gewaltprävention 💡

Fest angepackt zu werden, wüste Beschimpfungen einstecken zu müssen oder dergleichen ist nicht in Ordnung und zwar nie! Gewaltprävention ist nicht ganz einfach, denn die Handlungen seines Gegenübers zu bestimmen obliegt nicht der eigenen Kontrolle. Trotzdem kann man mit einigen Tipps bzw. Ratschlägen versuchen diesen Handlungen und somit der Gewalt generell aus dem Weg zu gehen.

Tipps zur Gewaltprävention:

  • Selbstliebe: Nur wer sich selbst liebt und akzeptiert entwickelt das nötige Selbstbewusstsein und ist somit automatisch stärker.
  • Kein Öl ins Feuer gießen: provoziere dein Gegenüber nicht. Reden ist silber, schweigen ist gold!
  • Über die körperlichen Nachteile Bescheid wissen: Frauen haben einen körperlichen Nachteil was die Kraft und oftmals auch die Schnelligkeit betrifft. Deswegen macht es keinen Sinn auf eine Art Kampf einzulassen. Lieber Hilfe von außen holen!
  • Reden: es hilft sich dem engsten Familien- und Freundeskreis anzuvertrauen um im Falle eines Notfalls schnell reagieren zu können.
  • Externe Hilfe holen: wenn nichts hilft die Exekutive verständigen. Viele sehen die Polizei als Feind, doch stehen sie, so war es auch bei mir, in brenzligen Situationen stets zur Seite.
  • Sich selbst nie die Schuld geben: für Handlungen anderer ist man nicht verantwortlich. Niemand hat das recht jemand anders zu schlagen oder sonstiges. Auch wenn man seinen Partner auf die Palme bringt oder den ein oder anderen Fehler begeht: Gewalt hat in einer Beziehung und auch sonst nirgends etwas verloren.

Fazit zu Gewalt gegen Frauen 📝

Im Nachhinein betrachtet hat mich diese Erfahrung sehr mitgenommen aber auch sehr geformt und zwar in eine sehr positive Richtung. Ich bin im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Sowas passiert garantiert nicht noch einmal. Ich habe sehr lange überlegt ob ich diesen Artikel veröffentliche, denn leider wird man in der heutigen Gesellschaft für vieles kritisiert, wofür man schlussendlich ohnehin nichts kann. Ich habe mich aber bewusst dafür entschieden, weil ich nicht als Opfer gesehen werden will, sondern als starke Frau, die ihre Meinung mit anderen teilt um zu helfen!